Wann und wo die Zusammenarbeit zwischen dem Schadek- und dem Berendes-Flügel der Schadek-Berendes-Bande begonnen hat, ist für einen Außenstehenden schwer zu sagen. Wahrscheinlich muss man es bis auf den Beginn der 90er Jahre zurückdatieren. Berthold Schadek und Markus Berendes waren mit ihren Firmen, der Aval Ag und der Fimas Vermögensberatung, wohl zufällige Nachbarn, gemeinsam eingemietet in einem Bürokomplex in München. Offiziell hatte man nichts miteinander zu tun. Aber man kannte sich. Man saß oft zusammen, beim Kaffee oder auch außerhalb der Büroräume. Es gab gemeinsame Veranstaltungen, auch für die Belegschaften, z.B. zu Weihnachten. Das Geschäftsgebiet war ähnlich. „Finanzberatung“, Geldanlagen, Verwaltung von Wohnungen und der aus ihnen erzielten Mieteinnahmen, Steuerberatung und einiges mehr. So wurde aus der Nachbarschaft recht schnell so etwas wie ein Erfahrungsaustausch zwischen branchentypisch schon damals kriminell vorbelasteten, wenn auch noch nicht rechtskräftig verurteilten Betrügern.

Korrektur 2020: Zwischenzeitlich haben Markus Berendes und Berthold Schadek, wohl in Reaktion auf vorliegende Webpage, einen in allen wesentlichen Punkten mit Lügen und Auslassungen versehenen Lebenslauf veröffentlicht. Aus diesem geht hervor, dass sie sich schon länger kannten als vorstehend beschrieben (was auch stimmt). Die gemeinsame Bürozeit fällt somit in die Zeit nach ihre formal juristischen Trennung und ist somit schon als Vorbereitung für den in einem ganz großen Stil geplanten Anlagebetrug zu sehen. Diese Vorgehensweise wiederholt sich zum jetzigen Zeitpunkt (2020) mit der formalen Abspaltung des Verantwortungsbereiches von Benjamin Berendes, wie im Intro kurz beschrieben.

https://blog.avtportal.de/berthold-schadek-und-markus-berendes-die-geschichte/

Markus Berendes war bis dahin so etwas wie ein guter Verkäufer, ein begnadeter Lügner, dabei aber auch etwas unorganisiert und mit seiner Arbeit (besser wohl Tätigkeit) nicht auf nachhaltigen Erfolg hin ausgerichtet. Mit „nachhaltigem Erfolg“ ist hier die Gewinnmaximierung durch eine möglichst langfristig ausgeübte betrügerische Tätigkeit, insbesondere aber auch die Vermeidung juristischer Konsequenzen in Reaktion auf die forciert betriebenen Betrügereien gemeint.

Wir versuchen nachfolgend die bis dahin geringe „Nachhaltigkeit“ deutlich zu machen, indem wir drei „Geschäftsfelder“ des Markus Berendes skizzieren.

1. Wohnungsverwaltung

Er verwaltet für die Gemeinde Mihla bei Eisenach diverse Wohnungen. Verwalten hieß, er kassiert die Mieten, welche von ihm auf ein Treuhandkonto hätten eingezahlt werden müssen, um der Gemeinde bei Bedarf zur Verfügung stehen zu können. Markus Berendes unterschlug aber die Gelder, was in der Gemeinde Mihla zunächst niemand bemerkte. Dass es aber bemerkt werden würde, war nur eine Frage der Zeit und von Zufällen abhängig, die jederzeit eintreten konnten. Nach ein paar Jahren versuchte die Gemeinde die Gelder für den geplanten Bau einer Schwimmhalle abzurufen. Erfolglos. Resultat: Strafanzeige.

2. Verwaltung von Anlegergeldern

Markus Berendes sammelte von hunderten Kunden Gelder ein, mit dem Versprechen einer guten Verzinsung bei auf Wunsch kurzfristiger Verfügbarkeit.

Diese Gelder verschwanden, ohne dass er nachweisen konnte, was damit geschehen war. Resultat: einige hundert Strafanzeigen

3. Steuerberatung und simulierte Bautätigkeit

in etwa so:

Markus Berendes kauft ein Grundstück welches er über einen Kredit bei einer Bank sofort wieder belastet. Die Bank sichert sich ihre Ansprüche über eine Grundschuld. Für sein Grundstück, welches eigentlich der Bank gehört, läßt Markus Berendes von einem Architekten ein Projekt für den Bau von Häusern mit Miet- und Eigentumswohnungen erstellen. Selbstverständlich wird der Architekt nicht bezahlt. Markus Berendes hat jetzt ein mit einer Grundschuld belastetes Grundstück, mit einem Projekt (auf dem Papier), das er nicht bezahlt hatte. Jetzt begann er Käufer für die projektierten Wohungen zu suchen. Dabei behauptete er, die Wohnungen seien schon fertiggestellt (bis auf ein paar Kleinigkeiten an den Aussenanlagen). Die Kunden dafür fand er im Rahmen seiner „Steuerberatung“, denn schließlich waren zum damaligen Zeitpunkt die Kosten für fremdvermietete Eigentumswohnungen steuerlich absetzbar (Sonderabschreibung Ost).

(Man merke sich hier das Grundmuster: versprechen steuerlicher Vorteile nach Geschäftsabschluss. Das kommt, angepasst an die jeweilige Zeit und aktuelle Gesetzeslage, immer wieder).

Die Kunden bezahlten die Wohnungen, die Gelder wurden von Markus Berendes unterschlagen ohne sie für eine Bautätigkeit oder auch nur für die Löschung der Grundschuld zu verwenden. Das funktionierte so lange, bis einer der Kunden sich mal die Wohnungen anschauen wollte, die er erworben hatte. Wieder war das nur eine Frage der Zeit und von Zufällen abhängig.

Als der Kundendruck bezüglich Bau der schon bezahlten Wohnungen zu groß wurde, fängt er an eine Bautätigkeit zu simulieren. Er engagiert eine Baufirma, die die Bauarbeiten beginnt. Selbstverständlich wird diese Firma nicht bezahlt. Sie stellt die Bauarbeiten ein, Markus Berendes sucht er eine andere Firma, die weiterbaut. Auch die wird nicht bezahlt. Also sucht er wieder eine andere Firma…

Resultat: Strafanzeigen der Verkäufer und der ruinierten Baufirmen.

Zum Begriff der „Nachhaltigkeit“ erfolgreich kriminellen Agierens.

In den vorstehend skizzierten Geschäftsfeldern war und ist Markus Berendes erfolgreich. Er unterschlägt Millionen, die später absehbare Strafe wird gering sein. Das war absehbar. Es lohnt sich also. Aber - unter Bezugnahme auf die vorherigen Beispiele - es ist jederzeit möglich, dass die Gemeinde Mihla nach ihrem Geld fragt, es ist möglich, dass Anleger auf Auszahlung ihrer Gelder drängen und sich nicht mehr hinhalten lassen, es ist möglich, dass vermeintliche Wohnungseigentümer den langen Weg in den Osten auf sich nehmen, um ihre Wohnungen anzuschauen. Daraus resultiert eine zeitliche Limitierung und damit einhergehend auch eine Limitierung des wirtschaftlichen Ertrages der um so forcierter zu betreibenden Betrügereien. Dazu kommen die in überschaubarer Zeit zu erwartenden juristischen Konsequenzen. So gering diese in Relation zu den Taten auch sein mögen, es gibt sie!

Das geht besser.

Der (bis dahin) Autodidakt Markus Berendes bekommt über seine Bekanntschaft mit dem älteren, erfahreneren und gerisseneren Berthold Schadek einen auf das „Fach“ bezogenen intellektuellen Austausch, er bekommt Anleitung, Beistand und die Möglichkeit einer auf gegenseitigen Vorteil ausgerichteten Zusammenarbeit.

Die über diese Zusammenarbeit möglich gewordene Optimierung des betrügerischen Business umfasst viele Aspekte. Hervorheben möchten wir folgende drei Aspekte:

1. Aufhebung oder zumindest Ausweitung der zeitlichen Limitierung

Der Focus wird auf die Altersvorsorge gelegt. Da hat man 10 oder 20 oder auch 30 Jahre Ruhe, bis der betrogene Anleger seinen Schaden überhaupt bemerkt. Nach Ablauf dieser Zeit dürfte diesem der Nachweis eines betrügerischen Vorsatzes schwerfallen, außerdem greift die Verjährung.

Merke: Für die Altersvorsorge eingezahlte Gelder sind faktisch verschenkte Gelder.

2. Vermeidung juristischer Verantwortung

Die Aval AG (seit 06/2019 Avtverbund) wird beratend und vermittelnd tätig, legt für den Kunden aber keine Gelder an. Der Kunde wird weitergereicht (vermittelt) an Firmen im „Avalverbund“, die juristisch selbständig sind. Der etwas geschulte Beobachter wird schon an diesem in die Irre führenden Wortgebrauch die wahren Intentionen der dahinter stehenden Schadek-Berendes-Bande erkennen.

Aval AG vermittelt innerhalb des „Avalverbund“ (eine Marke) an eine Firma im „Avalverbund“ wie z.B. die „Aval financial services GmbH. Diese vermittelt z.B. and die Aval financial services LLC in Florida…

3. Lebensplanung, Geldwäsche, die Zeit „danach“

Wer als erfolgreicher Anlagebetrüger sein Leben nicht auf der Flucht, in Ungewissheit und im Exil irgendwo verbringen möchte, der braucht neben der formalen Legalität seines Tuns Wege, die unterschlagenen Gelder zu legalisieren, sie verfügbar zu machen. Dieses Problem löst die Schadek-Berendes-Bande über die von Ruth Schadek und Dagmar Berendes betriebenen Geldwäschefirmen in Florida.

Zurück zur Historie der Schadek Berendes Bande

Zum Anfang seines betrügerischen Business handelte Markus Berendes als Inhaber der Fimas Vermögensberatung und anderer Firmen noch allein. Auf diese Zeit datieren ein großer Teil seiner zwar ertragreichen, aber auch bezüglich der Folgen nicht zu Ende gedachten Betrügereien wie oben beschrieben. Erst in den späten 90ern begann seine Zusammenarbeit mit Berthold Schadek. Markus Berendes investierte einen Teil der bis dahin unterschlagenen Gelder in die über die Aval AG in Florida neu eröffneten Geldwäschefirmen, die diese Gelder später als vorgebliche Gewinne an die Aval AG zurücktransferieren. So wurde er inoffiziell Mitinhaber der Aval AG.

Diese beginnende, vielleicht ein Jahr dauerndeZusammenarbeit wurde plötzlich durch die Verhaftung von Markus Berendes unterbrochen, gegen den zu diesem Zeitpunktmehrere hundert Strafanzeigen vorlagen. Mit dieser Verhaftung reagierte die Staatsanwaltschaft auf Hinweise, dass Markus Berendes sich ins Ausland absetzen wollte. Tatsächlich war Markus Berendes unmittelbar vor seiner Verhaftung bei „Geschäftsfreunden“ in Guatemala, kehrte dann aber noch mal nach Deutschland zurück. Grund dafür war, soweit wir das beurteilen können, ein in Aussicht stehender erneuter Coup, durch mindestens zwei weitere Geldanlagen gutgläubiger Anleger.

Reden wir von einem dieser Anleger. Herr Reißmüller, ein ehrlicher Mann der hart gearbeitet und gespart hatte, um für seine junge Familie ein Haus zu bauen, wurde von Markus Berendes dazu überredet einen Betrag über 100.000 DM anzulegen. Herr Reißmüller überwies das Geld. Unmittelbar nach erfolgter Überweisung hörte er von massiven Unregelmäßigkeiten und vergeblichen Forderungen diverser Gläubiger gegen Markus Berendes. Aus Angst um sein Geld fuhr er umgehend zu der Bank, die das Konto führte, auf das er überwiesen hatte, in der Hoffnung, die Gelder dort bis zur Klärung der Angelegenheit durch Sperrung des Kontos festlegen lassen zu können. Er bekam in der Bank die Auskunft, er sei leider ein wenig zu spät. Markus Berendes hatte unmittelbar zuvor das Geld abgeholt und im Köfferchen davongetragen.

Das war wohl einer der Gründe, derentwegen Markus Berendes nach seinem Aufenthalt in Guatemala noch mal nach Deutschland gekommen ist.

Weitere Gründe vermuten wir im familiären Umfeld.

Bezeichnend auch dies: Als Markus Berendes nur Tage später für ihn überraschend in seiner Wohnung in Taufkirchen, Marklweg 15 festgenommen wurde, da saßen er, seine Ehefrau und Kind im Dunkeln, weil der Strom aufgrund einer unbezahlten Rechnung in Höhe von 300 DM abgestellt war. Da stellt sich die Frage: Wie passt das zusammen, 100.000 DM im Köfferchen wegtragen, aber die Stromrechnung nicht bezahlt. Die Antwort liegt in seinem Bemühen um die perfekte Inszenierung seiner angeblichen Zahlungsunfähigkeit. Eine Inszenierung, die wohl nicht nur für Polizei und Staatsanwaltschaft, sondern insbesondere auch für seine damalige Ehefrau vonnöten war.

Wie wir meinen sieht man hier das hohe Maß an an organisiert, vorausschauend planender krimineller Energie, wie auch Skrupellosigkeit und Verlogenheit, in besonderer Weise.

Nach seiner zwar ausstehenden, von ihm aber in typischer Selbstüberschätzung nicht unmittelbar erwarteten Verhaftung, kam Markus Berendes in Untersuchungshaft. Aufgrund hoher Fluchtgefahr wurde diese bis zur Hauptverhandlung fast ein Jahr später nicht aufgehoben oder unterbrochen. Auch gegen Berthold Schadek hatte die Staatsanwaltschaft Erkenntnisse, die immerhin genug Gewicht hatten, um die Durchsuchung seiner Geschäftsräume zu veranlassen. Selbstverständlich hatte diese Durchsuchung mit Ankündigung bei einem sehr intelligenten und planmäßig agierenden Berufsverbrecher keine für die Staatsanwaltschaft verwertbaren Resultate. Herr Berthold Schadek blieb somit formal unbescholten, was es ihm ermöglichte, Markus Berendes unter Verwendung eines Teiles der verschwundenen Gelder die anwaltliche Vertretung zu finanzieren.

In den Vernehmungen durch die Polizei bzw. Staatsanwaltschaft verhielt sich Markus Berendes maximal uneinsichtig und unkooperativ. Einer, der alles abstreitet, einer, der immer irgendeine Erklärung zur Hand hat, die zu widerlegen dann Zeit, Mühe und Ressourcen kostet. Auf diese Art und Weise verschleppte er seine Vernehmungen und den ausstehenden Prozess um Monate. Das Glück kam ihm auch zu Hilfe, die mit dem Fall befasste Staatsanwältin ging in den Mutterschaftsurlaub und musste den Fall abgeben.

Jetzt kam die Staatsanwaltschaft unter Zeitdruck, die mögliche Dauer der Untersuchungshaft ist auf ein Jahr limitiert.

Das war der richtige Zeitpunkt für den Strafverteidiger, der Staatsanwaltschaft einen Deal anzubieten. Nein, wir sind hier nicht in einem US amerikanischen Spielfilm, das ist bundesdeutsche Realität in Strafverfahren. Inhalt des Deals war, dass Markus Berendes einen kleinen, einen begrenzten Teil seiner Straftaten zugibt, der andere Teil dafür unter den Tisch fällt. Inhalt dieser Vereinbarung war weiterhin, dass das Gericht feststellt bzw. die diesbezügliche Darstellung so durchgehen läßt, Markus Berendes hätte unglücklich und auch inkompetent gehandelt, er wäre überfordert mit einer selbstständigen Tätigkeit in der Finanzbranche, aber er hätte sich keinesfalls bereichert. Man muss wissen, diese Behauptung entspricht keinesfalls den wirklichen Vorgängen, sie ist Bestandteil eines ausgehandelten Deals. Eine solche Feststellung auszuhandeln zielt nicht nur auf die moralische Rehabilitation des Verbrechers, gegen sein in Teilen immer noch fassungsloses und etwas unbedarftes Umfeld. Viel wichtiger, sie ist die Voraussetzung für die spätere Halbierung der Haftstrafe. Nach unserem Wissen entspricht es der Praxis im Vollzug, dass Entführer, Erpresser, Räuber oder Betrüger keine vorzeitigen Entlassung nach zwei Dritteln oder der Hälfte der Haftstrafe erwarten können, wenn der Verbleib erpresster, unterschlagener oder geraubter Gelder nicht geklärt ist.

Süddeutsche Zeitung, 08.01.2001

Es hat schon eine gewisse Ironie, wenn das auf der Grundlage eines der Staatsanwaltschaft abgepressten Deals abgelegte „Geständnis“ dann strafmildernd berücksichtigt wird.

Wesentlicher als das ist Folgendes: Markus Berendes wird nach der Hälfte seiner Strafe entlassen werden. Das ist nur möglich, weil sich Staatsanwaltschaft und Gericht erpresserisch auf die Behauptung der „Nichtbereicherung“ haben festlegen lassen. Sehen wir die Sache mal andersherum. Gehen wir davon aus, die Verbüßung der vollen Strafe in Höhe von fünf Jahren war für Herrn Markus Berendes keine akzeptable Option. Dann hätte er zur Aufklärung des Verbleibs der Gelder beitragen müssen. So aber ermöglichen Staatsanwaltschaft und Gericht ihm die unterschlagenen Millionen zu behalten.

Wir glauben nicht, dass die Staatsanwaltschaft das beabsichtigt hatte. Aber so etwas kommt dabei heraus, wenn man mit Verbrechern dealt, liebe Damen und Herren Staatsanwälte, falls Sie hier mitlesen…

Zur Rolle Berthold Schadeks während der Haftzeit von Markus Berendes

Wir haben hier einen langen Brief nebst Unterlagen eines Herrn Stephan H., der sinngemäß folgendes berichtet:

Er hat von Markus Berendes drei Wohnungen in angeblich fast bezugsfertigem Zustand gekauft (Zitat Berendes vor dem Verkauf: „…an den Außenanlagen muss noch etwas gearbeitet werden“). Kaufpreis: 1,4 Millionen Mark. Diese Wohnungen gab es in Wirklichkeit nicht. Dort wo sie sein sollten, war ein mit einer Grundschuld belastetes unbebautes Grundstück. In Resultat der darauf folgenden Auseinandersetzungen zwischen beiden wurde von Markus Berendes zugesagt, die Wohnungen zeitnah fertigzustellen. Unmittelbar vor der Verhaftung von Markus Berendes war der Sachstand folgender: Angeblich hat Markus Berendes nach langem Bemühen eine Baufirma gefunden, die in der nächsten Woche mit der Arbeit beginnen wolle. Unmittelbar nach Verhaftung des Markus Berendes erhielt Herr H. einen Anruf von Simone Berendes, der Ehefrau von Markus Berendes. Herr H. und Simone Berendes kannten sich persönlich, wohl seit Kindertagen aus der Schule. Frau Berendes informierte Herrn H. über die Verhaftung, verbunden mit dem Hinweis es sei alles wohl ein Mißverständnis und spätestens in einer Woche wäre Markus Berendes wieder frei und verfügbar. Herr H. entgegnete, dass es da ein Problem gäbe. Laut Aussage von Markus Berendes sei endlich eine Baufirma gefunden die die ausstehenden Arbeiten ausführen wolle, wenn Herr Berendes jetzt über unbestimmte Zeit telefonisch nicht zu erreichen wäre, dann spränge möglicherweise die Baufirma wieder ab. Also solle man dort anrufen und mit irgendeiner Ausrede die kurze Abwesenheit des Markus Berendes erklären. Leider war die Telefonnummer der Baufirma nicht bekannt. Herr H. hatte eine Idee. Er bat Simone Berendes den Mobilfunkvertrag des Herrn Berendes zu suchen. Darin wäre sicher auch die PIN für seine Mailbox vermerkt. Wenn diese zuvor nicht geändert wurde und ein Anruf der Baufirma auf die Mobilbox erfolgte, dann könne Herr H. dort zurückrufen. Auf diese Weise bekam Herr H. unmittelbar nach Berendes Verhaftung Zugang zu dessen Mailbox. Dort gab es leider keinen Anruf irgendeiner Baufirma. Dafür unter vielen diese beiden besonders einprägsamen Anrufe: Ein Anruf, ein weinender Mann. Er fragte, was denn mit den 20.000 Mark sei, die er Herrn Berendes in Vertrauen und ohne Quittung erst vor einer Woche gegeben hätte…, und was mit den vorher schon angelegten Geldern sei?

Liebe Leser, Sie erinnern sich? Bei Berendes Verhaftung war der Strom in seiner Privatwohung wegen Nichtbezahlung abgestellt….

Der zweite Anruf war weit interessanter. Er kam von einem Schweizer Bankhaus. Es ging um die Autorisierung eines Geldtransfers in Höhe von 600.000 US Dollar nach Mittelamerika.

Nach diesen Vorinformationen verstehen wir die Rolle des Hernn Berthold Schadek während der Haftzeit von Markus Berendes. Er hatte ein mindestens dreifaches Interesse Markus Berendes in Freiheit und bei bester Laune zu sehen.

Erstens als einen Kumpel und Partner in crime, mit dem er noch Großes vorhat (Bis hin zur aktuellen Gründung des Avtservice, Avtverbund in 2019).

Zweitens als Mitwisser, der ihn potentiell belasten kann

Drittens sieht es so aus, als wären erhebliche Geldsummen in der Schweiz hängen geblieben, auf die Berthold Schadek ohne die physische Anwesenheit von Markus Berendes keinen Zugriff hatte. Welche Folgen das für die Aval AG hatte, ist uns nicht bekannt.

Berthold Schadek verhielt sich folgenderweise:

1. er bezahlte sämtliche Anwaltskosten für Markus Berendes

2. er unterstützte Berendes während der Haftzeit finanziell (bis zum ersten Freigang in cash, vermittelt über Benjamin Berendes)

3. er unterstützte die vorzeitige Entlassung von Markus Berendes folgendermaßen:

Wir erinnern uns, gegen Berendes wurde vom Gericht zusätzlich zur Haftstrafe das Verbot einer selbständigen Tätigkeit in der Finanzbranche ausgesprochen. Grundlage dafür war die Feststellung, laut Deal, dass Markus Berendes nicht vorsätzlich sich bereichernd, sondern in hohem Maße überfordert und inkompetent gehandelt hätte. Diesen angeblich überforderten und inkompetenten Anlagebetrüger mit Berufsverbot stellt der leider nicht überführte Komplize und Anlagebetrüger ohne Berufsverbot, Berthold Schadek, jetzt ein. Er stellt ihn ein als u.a. Anlageberater… und das noch während der Haftzeit. So kann Markus Berendes schon während seines Freiganges und Hafturlaubs an der Etablierung der Geldwäschefirmen arbeiten, um die von ihm unterschlagenen Gelder über die Aval AG in den legalen Wirtschaftskreislauf zurück zu transferieren. Damit kann er einen Job nachweisen und davon abgeleitet eine positive Sozialprognose. Das ist dann die Grundlage für die vorzeitige Entlassung. Anlagebetrüger Markus Berendes argumentiert gegen die Staatsanwaltschaft (Staatsanwalt Herr Flexl, seinerzeit Amtsgericht München 2), daß er als Anlageberater arbeiten könne, da er ja nicht selbstständig sondern unter Kontrolle sei. Unter Kontrolle seines Komplizen, gegen den wohl ermittelt, der aber nicht überführt wurde. Letzteres sagt er vermutlich nicht.

Angestellt wird Markus Berendes natürlich zu einem Lohn, der alle Forderungen seiner Gläubiger ins Leere laufen läßt. Als zweite Absicherung gegen mögliche Lohnpfändungen gewährt Markus Berendes seinem Komplizen und formalen Arbeitgeber einen vollstreckbaren Titel in Höhe von 35.000 Mark, eine Forderung die Berthold Schadek erstrangig gegen seinen Angestellten vollstreckt. Auch kleinste möglicherweise pfändbare Beträge aus dem Gehalt von Markus Berendes gehen damit erstrangig an Berthold Schadek. Ein Stück wie aus dem Tollhaus. Aber das ist noch nicht alles.

Weitere Hilfe kommt von anderer Seite. Herrn Markus Berendes gelingt es, noch während seiner Inhaftierung, ein intimes Verhältnis zu der ihn im Strafvollzug (JVA Landsberg/Lech) betreuenden Psychologin (Ursula) aufzubauen (aktuell seine Ehefrau). Man fragt sich an dieser Stelle, hat Markus Berendes die zu seiner vorzeitigen Haftentlassung beitragenden Beurteilungen nur zur Korrektur gelesen, oder hat er sie komplett selbst verfasst?

Wir wissen nicht ob das seitens der Psychologin gegen das Strafrecht verstößt. Aber ein Verstoß gegen berufsrechtliche bzw. berufsethische Vorschriften ist es gewiß, sich innerhalb eines totalen Abhängigkeitsverhältnisses auf so eine Beziehung einzulassen.

Nochmals zu Berthold Schadek. Nach Darstellung von Markus Berendes ist dieser sein väterlicher Freund, der nur helfen möchte. Das Ganze ist in etwa so logisch und nachvollziehbar und glaubhaft, als wenn die Leiterin eines Kindergartens großen Wert darauf legt, einen gerade aus der Haft auf Bewährung entlassenen Pädosexuellen als Erzieher im Kindergarten einzustellen, noch zumal dem Pädosexuellen vom Gericht eine, über seine kriminellen Präferenzen hinausgehende, vollständige erzieherische Inkompetenz bescheinigt wurde.


Aber er kommt damit durch. Das ist ganz erstaunlich.


Auch wollen wir in diesem Zusammenhang nicht vergessen das die Staatsanwaltschaft genügend Verdachtsmomente gegen Berthold Schadek hatte, um eine Durchsuchung seiner Büros zu begründen. Letztlich aber fehlte es an gerichtsfesten Beweisen.